Start-up-Town Berlin

OnTour


Der Start-up-Boom hält an: Berlin hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der europäischen Hotspots entwickelt. Das Vodafone Enterprise Plenum war „on tour“, um sich an verschiedenen Plätzen der Berliner Szene umzuschauen und sich mit kreativen Foundern auszutauschen. Die Ideenvielfalt ist enorm, die Umsetzung zunehmend hochprofessionell. 

Die Szene profitiert von kreativen Machern und einer Start-up-Economy, die den Ideenaustausch zwischen Unternehmen, der Politik und Risikokapitalgebern quer durch alle Branchen fördert.  Eine Übersicht.


Partner der Hightech-Gründer: AtomLeap 

AtomLeap ist ein auf digitalisierte Hochtechnologie spezialisierter Start-up-Accelerator und Business Intelligence Provider im Hightech-Bereich. Hier werden Start-ups mit innovativen und wissenschaftlich fundierten Ideen unterstützt, um ihre Produkt- und Geschäftsmodellentwicklung zu beschleunigen und Lösungen zu schaffen.

Robin Tech, Gründer & GF von AtomLleap, sieht seinen thematischen Schwerpunkt in der Innovationsanalyse und Technologiekommerzerialisierung. Er skizzierte den Intelligence-Bereich, zu dem eine internationalen Start-up-Datenbank gehört. Das Team screent Start-up- und Technologie-Trends, um Unternehmen wie Samsung, Dr. Oetker und Volkswagen frühzeitig auf disruptive Entwicklungen aufmerksam machen zu können. Das Ziel sind Kooperationen zwischen Start-ups und etablierten Unternehmen.

Thomas Andrae, Mitbegründer von AtomLeap und Managing Partner von Linden Capital, ist an mehr als 30 Start-ups beteiligt und kennt die Szene weltweit. Er forderte auf dem Start-up Day mehr Mut zu Investitionen und Innovationen in Deutschland. Bisher werde hierzulande zu konservativ agiert. Aus seiner Sicht seien Drones & new Vehicles sowie Hologramm-Ideen, wie sie Magic Leap entwickelt, entscheidende Trends der Zukunft.

AtomLeap

Magic Leap


Von Investor bis digitale Werkstatt

IMG_3720Die Liste der Start-up-Unterstützer in Berlin birgt Spezialisten: So stellt SpaceShack den Gründern ein Büroumfeld, Arbeitsflächen und Meetingräume zur Verfügung und organisiert Begegnungen, aus denen neue Kooperationen entstehen. HappyLab ist hingegen auf Tech-Tüftler spezialisiert und stellt in Berlin, Wien und Salzburg digitalisierte Produktionsmaschinen. Zur Grundausstattung der Labs zählen 3D-Drucker, Laser Cutter, CNC-Fräsen, Schneideplotter, ein Elektronikarbeitsplatz, eine Werkstatt mit gängigen Handwerkzeugen und ein Shop mit ausgewählten Verbrauchsmaterialien.

Makers unterstützt Start-ups bereits in der Frühphase. Man versteht sich als Community von Entrepreneuren, Investoren und Experten, die gemeinsam Visionen in Realität wandeln möchten. Als Plattform beschäftigt das 2008 gegründete Unternehmen mehr als 120 Personen aus 25 Ländern. Das Konzept ist erfolgreich: Aus dem Zusammenschluss sind bereits sieben Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von 60 Millionen Euro gewachsen.

SpaceShack

Makers

HappyLab


IoT & Smart Factory – gewinnbringende Vernetzung

Es ist ein Dreiklang aus Cloud, IoT und dem Internet der Dinge, der neue Ideen treibt. Die digitale Produktionshalle ist keine Utopie, sondern basiert auf dieser Vernetzung und Analyse der Informationen. Relayr verdeutlicht, es sei wichtig, dass der Einstieg in die digitale Wertschöpfung individuell geplant werde. Die Praxiserfahrung bei der Digitalisierung einer Abfüllanlage belege dies eindrucksvoll, zeigt das Unternehmen.

Manche Entwicklungen sind naheliegend: So kontrollieren Temperaturfühler via KoolZone sensible Bereiche und geben per App Alarm, bevor die Kühlkette unterbrochen wird. Doch das ist nur eine Idee aus der Next Big Thing AG, die ihren Tech-Fokus auf Energie, Gesundheitswesen und Gebäudemanagement richtet. Folgerichtig reicht die Kundenkette bereits von namhaften Hotels bis hin zur Getränkeindustrie.

Factor-E Analytics ist hingegen Energieexperte und misst detailliert den Energieverbrauch in der Produktionshalle. Der genaue Blick auf Bedarf und Standzeiten gestattet ein Energiemanagement in Echtzeit. Verbrauchsspitzen lassen sich vermeiden, Abläufe optimieren. In der Smart Factory ist das bares Geld.

relayr

Factor-E

KoolZone


AI & Consumer Robotics – neue Denker

Um als intelligent zu gelten, müssen Maschinen die Verknüpfung von visuellen Informationen und zugehöriger Handlung lernen. Die Fräsmaschine braucht künstliche Intelligenz, um über Videobilder unterschiedliche Werkstücke zu erfassen, die Drohne möchte ihr Flugumfeld sehen, das selbstfahrende Auto die Verkehrssituationen erkennen. Diesen Ansatz verfolgt das Berliner Startup TwentyBN, ein Team aus Mathematikern, IT- und AI-Experten. Es verspricht Maschinen sehen zu lehren. Künstliche Intelligenz sei komplex, doch machbar, so das Start-up.

Kann IT-Technik bei gesunder Ernährung unterstützen? Der Projektentwickler „Be Solutions“ ist davon überzeugt. Bionahrung stammt oft aus arbeitsintensiven Kleinbetrieben und zunehmend auch aus urbanem „Gardening“. Trotz hervorragender Pflege sind die Erträge oft gering. Das Start-up hat daher Einheiten entwickelt, die einem digitalisierten Gewächshaus gleichen. Ein Pflegeroboter bewässert fein dosiert und reagiert auf Schädlingsbefall; Brauchwasser bleibt im geschlossenen Kreislauf. Hobbygärtner können den „Farmbot“ bereits als Kit ab 3.000 Euro vorbestellen.

TwentyBN

Be Solutions


Big Data & Analytics – Struktur für Daten 

MotionTag erfasst Bewegungsmuster und Energie- und Umwelteffizienz. Mit seinem Mobilitätstagebuch schließt das Start-up eine Lücke in der Flottensteuerung. Hier werden Kilometer optimiert, alle erdenklichen Verkehrsmittel eingebunden und sogar ein elektronischer Ticketservice angeboten. Mit den Daten lassen sich Verkehrssysteme weiterentwickeln, etwa die Nutzung von Mietfahrrädern, Nahverkehr oder Car-Sharing. In der Schweiz läuft aktuell das Forschungsprojekt SBB Green Class, bei dem Teilnehmer ihr Nutzerverhalten protokollieren. Und MotionTag hilft dabei, solch  grundlegende Informationen zum Mobilitätsmarkt zu erhalten.

Bits und Bytes aus unterschiedlichsten Quellen zu sammeln, direkt auszuwerten und zu interpretieren verspricht Ubeeko mit dem Projekt HFactory. Mit Big Data Analytics unterstützt das Start-up die Entwicklung neuer Services, Produkte und Ansätze zur Umsatzoptimierung. HFactory nutzt gängige Open-Source-Lösungen, um Daten in Echtzeit zu verarbeiten. Das Programm verzahnt unterschiedliche Datentypen und-Quellen wie IoT-Informationen aus der Produktion oder Corporate-Daten.

Wo viele Daten sind, geht die Übersichtlichkeit leicht verloren. Hier setzt das Start-up Datapine an: Es strukturiert den Informationsfluss und bildet ihn nutzerfreundlich ab. Datenquellen können mit wenigen Klicks eingebunden werden. Die Kennzahlen fließen in übersichtliche Grafiken, geordnet in klare Dashboards für Sales, Marketing und Führungsebene. Seine Analyse optimiert Datapine mit eigenem Know-how, etwa aus Mechanismen des Machinenlearning und Künstlicher Intelligenz.

MotionTag

Ubeeko

Datapine


Drone & New Vehicles – Branche im Aufwind 

Drohnen sind im Aufwind, die Einsatzideen wachsen so schnell wie die Zahl der kleinen Flieger. Beispielsweise lassen sich über die unbemannten Flugobjekte Windkraftanlagen oder Überlandleitungen kontrollieren, und zwar vollautomatisch. Caspian hat solche fliegenden Roboter entwickelt. Sie orientieren sich via GSPS, erkennen mittels Sensorik Hindernisse und liefern ihre Kontrollergebnisse per Datenübertragung.

Drohnen haben Zukunft: Sie könnten Personen und Güter befördern, Wege verkürzen und, und, und… Dronemaster ermöglicht international den Austausch zwischen Start-ups mit solchen Ideen und etablierten Unternehmen. Dabei fördern sie zugleich spielerisch und publikumswirksam die neue Technik, sei es bei Flug-Marathons oder Drohnenrennen. In Kürze, so  die Gründer, gebe es mit „Nextland“ sogar einen zugehörigen Inkubator für Berlin.

Im Bereich der Cyber-physischen Systeme treibt „Doks.-innovation“ die Entwicklung eines autonomen Flugroboter-Systems voran. Es erkennt per Sensor die Umgebung und soll durch Warenlager navigieren, Objekte logistisch erfassen und dabei eine Inventur durchführen. Das Bundesforschungsministerium unterstützt das Forschungprojekt unter dem Begriff „Inventairy“.

Wie bunt die Ideenkiste der neuartigen Flugkörper sein kann, zeigt auch Skypoint-e. Das Start-up hat Drohnen konzipiert, die wie ein Drachen den Aufwind nutzen. Die kleinen Meisterflieger sollen wochenlang schwebend als mobile Mess- oder Überwachungseinheit Informationen sammeln. In Luftschichten, die eine gleichmäßige Luftströmung haben, könnten die Flugkörper sogar Energie erzeugen – mobil einsatzbar und wann immer es nötig ist.

Dronemasters

Inventairy

Caspian

Skypoint-e


eCars in der Magnetspur

Im März startet am Airport der portugiesischen Stadt Faro ein Test für eine neue Verkehrstechnik: Fahrerlose e-Cars folgen einer Magnetspur über das Flughafengelände. Das nötige Steuersignal sendet ein Erdkabel. Braucht ein Wagen frische Energie, lädt der Akku via Induktionstechnik. Das Konzept ist umfassend, die kostengünstige Kabellösung unter dem Asphalt gestatten neue Nahverkehrsideen für die Stadt. TULA auto hat dazu Kleinwagen, Busse und Transporter entwickelt. Wohnviertel könnten damit günstig mit Nahverkehrsknotenpunkten oder öffentlichen Einrichtungen vernetzt werden. Sogar Lieferservices ließen sich vereinfachen, so mit TULA auto für die  sogenannte „letzte Meile“ eine Lösung gefunden wird.

Die Entwickler realisierten ihre Idee in den TULA Labs, einem Non-Profit-Teil des Konzern TULAit.  Partner sind unter anderem Vodafone Portugal und die Vodafone-Tochter Cobra, ein ausgewiesener Spezialist im Automotive-Bereich.

Zugleich entwickelt die IT-Sparte von TULA smarte Lösungen für die Fabrik und das Zuhause. Sensoren messen die verschiedensten Verbrauchswerte wie Strom, Wasser oder Gas. Und Fühler erfassen Werte wie Temperaturen, Druck oder Bewegungen. All das lässt sich in den Produktionshallen mittelständischer Unternehmen oder aber zu Hause einsetzen. Und in beiden Fällen setzt TULA auf die vielfältigen Möglichkeiten der Datenübertragung – per RFID, mobile, WLAN oder Nearfield-Technik. Der Nutzer kann die Werte über eine Cloud-Lösung und Analyseverfahren aufarbeiten. TULA setzt auf ein Gesamtbild smarter Lösungen und bindet alle möglichen Technologien ein.

TULA Labs