IoT im Innovationsfieber

IoT Vodafone Enterprise Plenum Workshop


IoT etabliert sich als Quelle neuer Ideen: Bahnweichen lassen sich vorausschauend warten, Fließbandprodukte per Bilderkennung auf Fehler analysieren, Kräne fernsteuern und Maschinen nach Arbeitsleistung abrechnen – all das über Hunderte von Kilometern hinweg.

Verschiedene Elemente wachsen dazu zusammen: Vernetzte Dinge liefern Informationen, aus deren Analyse neuer Mehrwert entsteht. Wenn künstliche Intelligenz dazukommt, plaudern Maschinen sogar mit dem Wartungsteam, schildern ihren Zustand und machen Vorschläge für die Optimierung. Dabei gilt: Je standardisierter das Vorgehen ist, desto schneller werden aus Ideen Anwendungen, Services und Produkte. IoT ist ein wesentliches Fundament für Innovation.


Standards befeuern IoT-Dynamik

Mit flexiblen Schnittstellen, standardisierten Plattformen und passenden Netzlösungen treibt Vodafone die Entwicklung von IoT voran. Der Konzern gilt mit weltweit 68 Millionen und deutschlandweit 

11 Millionen vernetzten Verbindungen als Global Leader in Sachen Internet of Things, so Jochen Busch, Head of IoT Central Europe, Vodafone Group.

Für Produkte im globalen Markt verwendet Vodafone eine embedded SIM (eSIM), lokale Regulierungsvorschriften lassen sich zentral einprogrammieren. Und standardisierte IoT-Plattformen ermöglichen kostengünstig die kreative Datenanalyse. All das beflügelt den IoT-Markt, und zwar sowohl für den deutschen Mittelstand als auch für globale Player.

Vodafone IoT Barometer


Netz der Sensoren

DSCF4157 KopieEin Internet der Dinge lebt von der Datenanbindung: Für die datenintensive Übermittlung stellt Vodafone die notwendige Datenübertragung per Festnetz oder Kabel und mobil per LTE-Anbindung. Doch Sensoren in vernetzten Geräten senden oft nur kleine Datenpakete: z. B. Signale wie „Kühlkette unterbrochen“, melden einen Gas-, Rauch- oder Feueralarm oder schicken das Ergebnis von Temperatur, Öl- oder Gasdruckchecks. „In diesen Fällen genügt die Narrowband-Technologie, eine Schmalbandverbindung“, erklärt Daniela Santalucia, Senior Enterprise Product Managerin bei Vodafone.

In der Welt der Sensoren sind Kosteneffizienz durch lange Batterie- und Lebensdauer sowie Datensicherheit entscheidend. Und in Sachen Sicherheit punktet Vodafone, da der Konzern Narrowband IoT auf den Frequenzen des penibel überwachten LTE-Netzes anbietet.

Narrowband IoT


Dark Data birgt Schätze

Mit IoT wächst die Datenwelt dramatisch: von 16 Zettabyte (ZB) im Jahr 2016 auf geschätzte 163 ZB bis 2025, bilanziert eine IDG-Anlayse. Ein Zettabyte steht für die schier unglaubliche Datenmenge von 1.000.000.000.000 GB!

Ein Großteil der Daten gilt heute als „Dark Data“, also unbeachtete Information. Dabei birgt die Analyse dieser unbeachteten Daten wertvolles Wissen, um neue Anwendungen oder Services zu entwickeln oder gar völlig neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Data Age 2025


Vernetzt entsteht Mehrwert

DSCF4152 KopieNeue IoT-Anwendungen entwickelt IBM im Watson IoT Center, der Heimat des Supercomputers in München. Ein globales Expertenteam fokussiert sich aktuell auf IoT-Anwendungen in den Branchen Government, Finanzen und Industry, vermittelt Sherri Thomas, Head of Watson IoT Center Munich, Global HQ. Das Spektrum reicht von der Disruption ganzer Industrien bis hin zu Projekten mit Kooperationspartnern wie Vodafone.

Ein Schlüssel ist die Kombination von IoT und künstlicher Intelligenz, skizziert Watson IoT Manager Andreas Pflieger. Sie ermögliche vorrausschauende Wartung per predictive Analytics, Machine Learning und neuronale Netze oder recommondation Engines, die automatisierte Empfehlungen aussprechen. Mit dem KI-System Watson gilt IBM dabei als Vorreiter.

Beim Aufzughersteller Kone meldet die Maschine bereits heute ihren Zustand und schildert Anomalien in der Landessprache der Wartungsabteilung. Im Dialogzwischen Mensch und Maschine lässt sich schnell entscheiden, ob kurzfristig oder erst bei der nächsten geplanten Wartung Maßnahmen nötig sind.

Watson IoT

Wenn Aufzüge & Rolltreppen reden


Weichen in Richtung Zukunft

Predictive Maintenance, die vorausschauende Wartung, klingt einleuchtend einfach: Es genügt, einen Idealzustand zu erfassen, um Abweichungen detailliert zu erkennen. Sensoren übermitteln die nötigen Daten und künstliche Intelligenz prüft per Vergleichsmuster, wie schnell welches Teil ersetzt werden muss.

Sensor-PerspektiveKonux, das 2017 als Technology Pioneer vom World Economic Forum ausgezeichnet wurde, hat eine passende Industrial IoT-Plattform entwickelt. Aktuell konzentriert sich das Start-up auf die Wartung von Bahnweichen. Denn überraschende Reparaturen im Gleisbett sind kostenintensiv und stören den Fahrplan erheblich. Die Predictive-Maintenance-Lösung des Start-ups verwenden bereits Bahnunternehmen wie DB und SNCF, berichtet Gründer Vlad Lata.

Konux


Logistische Spielwiese

Ulrike Meyers Welt ist die Logistik. Als Leiterin digitale Lösungen jongliert sie für Willenbrock täglich Ideen rund um das Thema „digitale Stapler“. Eine vernetzte Staplerflotte bietet viele Vorteile: Anhand von Realtime-Daten lassen sich Lade- und Maschinenzustand sowie Einsatzintensität und Wartungsbedarf ablesen und zugleich neue Abrechnungsmodelle im Mietgeschäft realisieren. Statt der Verleihdauer können Betriebsstunden und Einsatzfeld abgerechnet werden.

Natürlich unterstützen IoT-Vernetzungen auch Sicherheit und Diebstahlschutz – so lassen sich beispielsweise lokale Einsatzzonen festlegen. Werden die Grenzen überschritten, bleibt der Stapler einfach stehen.

Willenbrock Fördertechnik


Mobil, vernetzt, gesund: eBike

IMG_3291 KopieeBikes sind en vogue und ZEG treibt den Trend. In Sachen Elektrofahrrad setzen die ZEG-Entwickler auf strikte IoT-Vernetzung, um das eBike noch vielseitiger zu machen. Cargo-Fahrräder für Lieferservices, smarte Wohnanlagen inklusive eBike Sharing oder vernetzte eHealth Lösungen sind heute bereits in ersten Pilotprojekten im Einsatz, so Franz Tepe, Marketingleiter ZEG. Und natürlich ist das eBike als Shared Vehicle ein Thema für die Zukunft der Mobilität – in Stadt und Land.

ZEG etabliert das eBike darüber hinaus als gängiges Leasingmodell für Arbeitnehmer, inklusive eines proaktiven Services: Das Fahrrad misst beispielsweise die aktuelle Bremsleistung und errechnet aus persönlicher Fahrleistung und -verhalten das Zeitfenster für die nächste Wartung. ZEG nutzt die vernetzten Bikes als Sprungbrett, um ein moderner Mobilitätsakteur zu werden.

ZEG

E-Bikes fahren jetzt im Internet der Dinge


Von Pathologie 4.0 bis zum digitalen Notar

Dass IoT facettenreich ist, offenbart die Start-up-Runde im Workshop: inveox vernetzt medizinische Probenbehälter und macht so aufwendiges Zuordnen per Hand überflüssig. Der Dokumentationsprozess werde schneller und vor allem sicherer, erklärt CTO Dominik Sievert.

Ubirch etabliert sich als digitaler Notar: Veränderungen im Datennetz der Dinge werden unmittelbar, lückenlos und unabänderlich via IoT und Blockchain dokumentiert, und zwar bevor die Daten zur Analyse ins Cloud-System wandern. Kontrolle ist oberstes Gebot, Manipulation ausgeschlossen.

inveox – rethinking pathology

ubirch – the blockchain of things


Volksroboter und eine Welt der Prototypen

info@raggieleonora.com

Binnen 30 Tagen sollte aus Industriedesign, Elektrotechnik, Sensorik, IoT sowie künstlicher Intelligenz eine fassbare Idee wachsen, erläutert Ramy Hagouan, IOX Labs. IOX brilliert mit vielen Ideen, darunter ein vernetzter Instrumentenkoffer. Sensoren kontrollieren Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Druck, um wertvolle Musikinstrumente zu schützen. IOX hat aber ebenso einen Roboter aus gedruckten Bausteinen entwickelt oder mit C-Ring einen WLAN-Empfänger für Straßenlaternen gebaut, der auch Emissionen misst.

Johannes Schmid, Co-Founder von Franka Emika, setzt auf den „Roboter für alle“. Ergebnis ist der gelenkige Arm PANDA. Er ist in Sachen Beweglichkeit, Griffvariablen und Einsatzfelder ein First-Class-Modell. Und er hat einen Stückpreis von nur 9.000 Euro. Intelligent wird PANDA durch eine eigens entwickelte KI-Plattform. Damit der Roboter lernt, genügt ein einfacher angeschlossener Rechner mit Datenanbindung. Im vergangenen Jahr wurde Franka Emika mit dem Deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet.

IOX Labs – make thinks not slides

Franka Emika – the robot for everyone


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